Wohlstandsentwicklung

Ein regelmäßiges Einkommen haben, abgesichert zu sein, keinen Mangel zu leiden – all diese Begriffe bedeuten Wohlstand. In Deutschland ist es erklärtes Ziel der Politik, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ein sorgenfreies Leben führen können. Am besten klappt das, wenn es genügend Arbeitsplätze gibt. Aus dem so erwirtschafteten Geld werden Löhne und Gehälter bezahlt. Gleichzeitig sichern diese Jobs auch die Einnahmen der Sozialversicherungen. So können sich Kranke auf medizinische Hilfe verlassen. Oder Berufstätige darauf, im Alter eine Rente zu bekommen.

Der Einzelne bemisst seinen Wohlstand meist am eigenen Kontostand. Für ihn läuft es gut, wenn am Monatsende etwas übrig bleibt. Denn Geld, das nicht sofort ausgegeben wird, kann man sparen und damit vorsorgen. Doch angesichts der aktuellen Niedrigzinsen, erscheint Sparen wenig attraktiv zu sein. Wie können wir den Menschen auch unter diesen Umständen bei der finanziellen Eigenvorsorge unter die Arme greifen?

Seit 2014 investiert die DekaBank bei Neuinvestments von Eigenanlagen ausschließlich in Unternehmen, die strenge Ausschlusskriterien in den Feldern Umwelt, Rüstung, Menschenrechte und Korruption bestehen.

Frankfurt/Main

Aus Prinzip nachhaltig

Die DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen, setzt konsequent auf Nachhaltigkeit. Unter den systemrelevanten Banken in Europa nimmt sie beim nachhaltigen Management der Eigenanlagen eine Vorreiterrolle ein. Wie sich trotz strenger Kriterien eindrucksvolle Ergebnisse erzielen lassen, erläutert Johannes Behrens-Türk, Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements der DekaBank.

Stichwort Nachhaltigkeit: Wie steht die DekaBank zu diesem Thema – und welche Mehrwerte entstehen für die Kunden und die Gesellschaft?

Johannes Behrens-Türk: Nachhaltigkeit ist für Sparkassen seit über 200 Jahren ein wichtiges Thema. Grund genug, aus den Dresdner Thesen der Sparkassen-Finanzgruppe unser Selbstverständnis zu entwickeln und künftig auf eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie zu verzichten: Denn Nachhaltigkeit ist mittlerweile in der Geschäftsstrategie der DekaBank so tief verankert, dass wir dafür kein gesondertes Regelwerk mehr brauchen. Nachhaltigkeit ist zum festen Bestandteil im operativen Strategieprozess der Bank herangewachsen.

Wie zeigt sich das in der praktischen Umsetzung und der Anlage der Gelder?

Behrens-Türk: Eines unserer wichtigsten Themen im Jahr 2014 war die Einführung eines Nachhaltigkeitsfilters auf Eigenanlagen der Deka-Gruppe. Diese umfassen 22,1 Milliarden Euro (per 31.12.2014). Anders als bei den Geldern unserer Kunden können wir hier die Maßstäbe leichter verändern. Wir investieren nicht mehr in Unternehmen, die unsere strengen Vorgaben in den Kategorien Umwelt, Rüstung, Menschenrechte und Korruption verletzen.

Johannes Behrens-Türk: "Nachhaltigkeit ist in der Geschäftsstrategie der DekaBank tief verankert."

 

Die Produktreihe DEKA Nachhaltigkeit setzt auf Best-in-Class.

 

Wie setzen Sie und Ihr Team das in der Praxis um?

Behrens-Türk: Die Kollegen im Treasury managen die Eigenanlagen der Deka-Gruppe. Für das jetzt notwendige Nachhaltigkeitsresearch wird dabei eine der renommiertesten Datenbanken („Ethical Investment Research Service“) genutzt. Im Ergebnis kommt es dann quasi zu einer Ampelschaltung: Grün für „ein Investment ist möglich“ und Rot, "in diesen Wert kann nicht investiert werden". Die imug, eine unabhängige Rating-Nachhaltigkeitsagentur, bescheinigte deshalb der DekaBank eine Vorreiterrolle unter den systemrelevanten Banken in Deutschland und Europa beim nachhaltigen Management der Eigenanlagen. Bei den Fonds für Privatanleger aus der Produktreihe DekaNachhaltigkeit setzen wir auf Ausschlusskriterien und den Best-in-Class-Ansatz, bei dem die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche ausgewählt werden. Obwohl wir aufgrund unserer strengen Nachhaltigkeitskriterien auf Investitionen verzichten, erzielen wir eindrucksvolle Ergebnisse für die nachhaltige Wohlstandsentwicklung unserer Kunden.

Und das belohnt der Kunde?

Behrens-Türk: Wir haben unsere Bestände in nachhaltigen Produkten im vergangenen Jahr von rund vier auf sechs Milliarden Euro spürbar erhöht. Wir sind überzeugt, dass sich künftig noch viel mehr private und institutionelle Kunden für ein Investment in unsere Nachhaltigkeitsfonds entscheiden.

 P1 Nachhaltige Fonds

Wir bieten allen Bürgern Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen. Dazu gehören auch Anlageprodukte mit einem besonderen ökologischen und sozialen Nutzen. Mit den nachhaltigen Fonds der DekaBank sowie der Landesbanken bieten die Sparkassen ein breites Produktspektrum für Kunden, die ihr Geld in sozial und ökologisch besonders verantwortlich handelnde Unternehmen und Institutionen investieren möchten.

Im Privatkundenbereich verwaltete die Deka Investment GmbH per 31. Dezember 2015 insgesamt 1.943,1 Mio. Euro in nachhaltigen Produkten (+ 44,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Für institutionelle Kunden beläuft sich das Volumen nachhaltiger Investments auf 4.611,2 Mio. Euro. Der Anteil der nachhaltigen Wertpapierfonds an den gesamten Assets under Management im Wertpapierbereich belief sich zum Jahresende 2015 auf etwa 2 Prozent.

Die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH verwaltet in Summe 715,4 Mio. Euro an nachhaltigen Fonds (institutionelle und private Kunden). Für die Privatkunden hat die Vermögensverwaltung der LBBW 91 Mio. Euro nach Nachhaltigkeitskriterien angelegt (Stand 31.12.2015).

Alle Fonds, für die die BayernInvest das Asset-Management und die KVG-Funktion hat, verzichten auf Emittenten geächteter Waffen. Dies bezieht sich auf ein Volumen von insgesamt 48.894,85 Mio. Euro. Alle von der BayernInvest gemanagten Publikumsinvestmentvermögen verzichten auf Investments in Agrarrohstoffe (1.165,90 Mio. Euro). Zusätzlich verwaltet die BayernInvest Spezial-AIF mit spezifischen Nachhaltigkeitskriterien in Höhe von 256,44 Mio. Euro. Darüber hinaus werden die beiden Publikumsfonds DKB Zukunftsfonds und DKB Ökofonds nach strengen Nachhaltigkeitskriterien gemanagt. Das Volumen der beiden Publikumsinvestmentvermögen beträgt per 31.12.2015 35,52 Mio. Euro. Das Gesamtvolumen an nachhaltigen Fonds der BayernInvest beträgt demnach 291,96 Mio. Euro.

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