Nachhaltige Immobilien

Das Wirtschaftsministerium hat nachgerechnet: Bundesweit verschwinden 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs im Gebäudebereich. Neben den privaten Haushalten sind es vor allem Unternehmen, die für Heizung und Beleuchtung Energie benötigen. 361 Terawattstunden wurden 2014 von Gewerbe, Handel und Dienstleistern hierfür verbraucht. Das sind immerhin rund 14 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Angesichts steigender Energiekosten werden „grüne Gebäude“ daher immer beliebter.

Diese Immobilien zeichnen sich unter anderem durch eine hohe Ressourceneffizienz aus. Sie verbrauchen weniger Energie und Wasser als herkömmliche Gebäude. Zudem sollen schädliche Auswirkungen auf die Umwelt reduziert werden.

Grüne Häuser sind damit nicht nur sparsamer und erlauben es Unternehmen, die Kosten für die genutzten Flächen deutlich zu senken. Sie bieten im Idealfall auch eine angenehme Umgebung – und damit beste Voraussetzungen für einen gesunden Arbeitsplatz.

Nachhaltige Immobilien sind auch für Anleger interessant. Investoren verlangen zunehmend, dass neben finanziellen Kennzahlen ökologische oder soziale Kriterien erfüllt werden. Darum sollen Emittenten von Anleihen oder Pfandbriefen verstärkt zu einer positiven Entwicklung von Wirtschaft und Umwelt beitragen.

Klimaschonende Technik und sparsame Ressourcennutzung: Green Buildings („grüne Gebäude“) verbrauchen weniger Energie und Wasser als herkömmliche Immobilien.

BERLIN

Grünes Investment

Ökologischer Mehrwert einmal anders: Mit dem Grünen Pfandbrief präsentiert die Berlin Hyp ein außergewöhnliches Produkt. Der Emissionserlös wird ausschließlich für Immobilienfinanzierungen verwendet, die klar formulierten Nachhaltigkeitsstandards genügen.

 

Über den Tag hinaus zu denken und ökonomisch verantwortlich zu handeln, sind wesentliche Forderungen an nachhaltiges Wirtschaften. So gesehen erfüllen Emittenten von Pfandbriefen schon qua Definition gleich beide Kriterien. Denn mit Pfandbriefen werden besonders stabile und langfristig ausgerichtete Finanzierungen refinanziert. Beste Voraussetzungen also, um noch einen Schritt weiterzugehen und zusätzlich etwas zum Umweltschutz beizutragen.

Genau das ist der Anspruch der Berlin Hyp. Als Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe handelt die Hypothekenbank nachhaltig. Dazu gehört zum Beispiel, dass neben ökonomischen auch ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt werden. Das leistet die Berlin Hyp unter anderem in ihrem Kerngeschäft, der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Hier ist seit einigen Jahren eine steigende Nachfrage nach Darlehen für „grüne“ Immobilien zu beobachten. Das sind Gebäude, die nach Nachhaltigkeitsstandards gebaut werden und sich durch eine überdurchschnittliche Energieeffizienz auszeichnen. Was bisher jedoch fehlte, war ein zu diesen Darlehen passendes Refinanzierungsinstrument.

Beiträge aus dem Emissionserlös jedes einzelnen Grünen Pfandbriefs fließen ausschließlich in die Finanzierung von nachhaltigen Immobilienprojekten.

 

Engagiert für nachhaltige Immobilienfinanzierungen: Bodo Winkler ist Leiter Investor Relations bei der Berlin Hyp.

Diese Lücke hat die Berlin Hyp geschlossen. Seit April 2015 können institutionelle Anleger „grün“ und nachhaltig investieren. „Der Grüne Pfandbrief erfüllt als Hypothekenpfandbrief alle gesetzlichen Anforderungen“, bestätigt Bodo Winkler, Leiter Investor Relations bei der Berlin Hyp. Gleichzeitig berücksichtigt das Wertpapier die Leitlinien, die der internationale Branchenverband für Kapitalmarktteilnehmer (ICMA) für Green Bonds (grüne Anlagen) entwickelt hat. Es gibt klar definierte Angaben zur Verwendung des Emissionserlöses. Das betriebliche Berichtswesen ist besonders transparent. Und eine unabhängige Nachhaltigkeitsratingagentur hat den ökologischen Mehrwert der Anleihe bestätigt. Die oekom research AG stellt dem Grünen Pfandbrief ein positives Gesamturteil aus: Er stehe in Übereinstimmung mit Green Bond Principles, den Grundsätzen für grüne Anlagen, und erreiche bei der Nachhaltigkeitsqualität die Klassifizierung „good“. Die Nachhaltigkeitsperformance der Emittentin falle in die Kategorie „best in class“.

Nicht zuletzt überzeugte die Berlin Hyp mit ihrem Nachhaltigkeitsengagement den Markt. Binnen kurzer Zeit war das Orderbuch mit fast zwei Milliarden Euro deutlich überzeichnet. Der Grüne Pfandbrief hat ein Volumen von 500 Millionen Euro. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre, die Verzinsung 0,125 Prozent. Eingesetzt wird der Emissionserlös für die Refinanzierung von bereits bestehenden Finanzierungen gewerblicher Gebäude, die nach Nachhaltigkeitsstandards gebaut wurden. Darüber hinaus verpflichtet sich die Bank ihr Bestes zu tun, um während der Laufzeit des Grünen Pfandbriefs einen Betrag in Höhe des Emissionserlöses in neue „grüne Finanzierungen“ zu investieren.

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Der Grüne Pfandbrief wird streng nach Nachhaltigkeitskriterien besichert. Dazu finden sich im Hypothekendeckungsstock der Berlin Hyp während der gesamten Laufzeit des Grünen Pfandbriefs Darlehen, die für den Ankauf, die Errichtung oder die Sanierung extern zertifizierter „grüner Gebäude“ ausgereicht wurden. „Das Pfandbriefgesetz erlaubt es unserem Institut nicht, zusätzlich einen zweiten Hypothekendeckungsstock aufzubauen“, erläutert Winkler. Deshalb wurden die mit grünen Gebäuden besicherten Darlehen innerhalb der IT-Systeme der Bank gesondert gekennzeichnet. „Das macht es uns möglich, zu jeder Zeit ein gesondertes Reporting für diesen Teil der Pfandbriefdeckung zu erstellen“, so Winkler.

Knapp ein Jahr nach Emission des Grünen Pfandbriefs hat die Berlin Hyp nachgerechnet. Das Institut wollte wissen, wie viel schädliches Kohlendioxid durch die refinanzierten Darlehen eingespart wurde. Das Ergebnis: Je nach Berechnungsgrundlage verhindert jede Million Nominalwert des Grünen Pfandbriefs im Minimum 6,9 Tonnen CO2 pro Jahr. Für die Berlin Hyp war der Grüne Pfandbrief übrigens der Einstieg in ein umfassendes Green-Bond-Programm. Das Institut hat sein Green-Loan-Portfolio mittlerweile mehr als verdoppelt und im Herbst 2016 die erste grüne Senior-Unsecured-Anleihe emittiert. Damit ist die Berlin Hyp der erste Emittent mit Green Bonds in mehr als einer Anlageklasse.