Mitarbeiter-Engagement

In den Kitas und Grundschulen Deutschlands wird der Grundstein für das Leben gelegt – für jede einzelne Schülerin, für jeden einzelnen Schüler. Dabei gibt es, so eine Studie der Universität Aalen, einen signifikanten Zusammenhang von körperlicher Bewegung – genauer dem Gleichgewichtssinn – und geistiger Leistungsfähigkeit. Innerhalb dieser Studie wurden das Hör- und Sehvermögen sowie der Gleichgewichtssinn von über 3.000 Kindern an zehn Grundschulen untersucht.

Ein beteiligter Wissenschaftler fasste das Ergebnis der Studie eindrucksvoll zusammen: „Sage mir, wie lange du auf einem Bein stehen kannst, und ich sage dir, welche Mathenote du hast“. Selbstverständlich hat das Spielen und Toben auf Spiel- und Sportplätzen auch noch andere Vorteile für die Entwicklung des Kindes. Wer auf dem Spielplatz stürzt und fällt, tut sich selten etwas Ernstes an, trainiert aber gleichzeitig die Reaktionsfähigkeit für echte Unfälle und Stürze.

Ob sich Kinder mit Spaß und Freude diesem Training für das Leben hingeben, ist auch eine Frage des Angebots und damit eine Frage der Ausstattung – zum Beispiel mit attraktiven Spiel- und Sportplätzen. Sichere und motivierende Orte für Spiel und Sport sind eine Frage der finanziellen Mittel und die sind in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt. So gibt der Stadtstaat Hamburg 8.700 Euro pro Grundschüler aus, in Nordrhein-Westfalen müssen 4.800 Euro reichen.

Um diesem Ungleichgewicht entgegen zu wirken, sind die Schulen auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. Die Mitarbeiter der Sparkassen leisten freiwillige Arbeit für Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen – aber auch in ganz anderen sozialen Projekten. Dabei werden die Mitarbeiter von ihren Sparkassen in vielfältiger Weise unterstützt.

Mit Kopf, Hand und Herz: Die Auszubildenden der Sparkasse Essen arbeiten gemeinsam ganz im Sinn einer guten Sache.

  ESSEN

Wie aus Nichts ein Weltall entsteht

Statt Anzug oder Kostüm tragen die Auszubildenden der Sparkasse Essen einmal im Jahr Blaumänner und Sicherheitsschuhe. Dann bestimmen vier Tage lang Säge, Bohrer und Hammer ihren Alltag. Denn in dieser Zeit bauen sie seit mittlerweile zwölf Jahren Spielplätze auf den Schulhöfen der ehemaligen Bergbaustadt. Aber die Azubis der Sparkasse Essen sind nicht die einzigen, die für Schulen und Kindergärten in ihren Kommunen in den Blaumann steigen.

Engagement erfährt Anerkennung (v. links): der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Volker Behr, der Oberbürgermeister der Stadt Essen Thomas Kufen und die Schuldirektorin Birgit Kuth-Widera.

Am fünften Tag sind alle überwältigt. Schuldirektorin Birgit Kuth-Widera und der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen stehen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Volker Behr auf einer improvisierten Bühne auf dem Schulhof und halten Dankesreden. Die 44 Auszubildenden im ersten Lehrjahr, Schüler, Lehrer und Eltern der Parkschule hören ihnen aufmerksam zu. Vor ihnen erstreckt sich dort, wo eine Woche zuvor noch nackter Teer war, ein Weltall-Spielplatz. 

Vier erlebnisreiche Tage liegen hinter den Azubis. Gemeinsam mit zehn Schülern der Förderschule in Altenessen haben sie rund um das Schulgebäude ein Planetarium, eine Kletter-Rakete, einen Rundlauf mit Balance-Parcours, Holzliegen und rund 400 Meter Verkehrsübungsstraßen mit Kettcar-Parkplätzen gebaut. Anpacken lautete die Parole für die fünf Gruppen von jeweils acht bis neun Leuten. Feierabend war an diesen vier Tagen immer erst dann, wenn das gesteckte Tagesziel erreicht war. „Als wir am Montag angefangen haben, war hier noch gar nichts“, erzählt Azubi Leo Elsenheimer.

Um dieses stramme Pensum zu schaffen, übernachteten die Azubis sogar in der Schule. Dabei konnten einige am Anfang nicht einmal ein Werkzeug bedienen. „Aber mit der Zeit sind wir zu echten Profis geworden“, erzählt Linda Hackenberg, die am Planetarium mitgebaut hat. Gerade in der Gruppe zu arbeiten, hat ihr großen Spaß gemacht: „Es war einfach ein tolles Gefühl, etwas zusammen zu schaffen und damit anderen zu helfen“, schwärmt sie.

Die Ausbildungsleiterin der Sparkasse Essen Andrea Koch freut sich noch aus einem anderen Grund über das große Engagement. Neben dem sozialen Umfeld profitiere schließlich auch die Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden: „Unsere Azubis lernen, wie man gemeinsam ein so großes Projekt plant, organisiert und gemeinsam erfolgreich vollendet“, sagt Koch. „Übrigens sind wir nicht das einzige Institut, dessen Azubis Spielplätze in den Kommunen bauen oder sanieren. Viele Sparkassen, wie etwa in Solingen oder Neuss, tun das ebenfalls seit Jahren.“

 

Auch vor Ort: die Ausbildungsleiterin der Sparkasse Essen Andrea Koch.

 

 

 I19 Ehrenamtliches Engagement von Mitarbeitern

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Teambuilding mit Säge, Bohrer und Hammer.

Serjan und Kai  sind zwei der Schüler, die mitgearbeitet haben. Sie freuen sich, dass ihr Schulhof nun den Weltall-Spielplatz hat. Außerdem hat es ihnen großen Spaß gemacht, helfen zu dürfen. „Bei der Arbeit mit den Azubis von der Sparkasse habe ich viel gelernt“, sagt Serjan. Er hat noch gelbe Farbe vom Holzstreichen an den Händen. Kai grinst, als er hinzufügt: „Jetzt können wir uns hier in den Pausen mit unseren Freunden so richtig austoben.“