Inklusion

In Deutschland leben sieben Millionen Schwerbehinderte, rund 17 Millionen Menschen sind von gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder chronischen Krankheiten betroffen. Die Frage nach ihrer gleichberechtigten Teilhabe geht uns alle an. Und sie wird in Zukunft noch wichtiger, denn die meisten Beeinträchtigungen entstehen erst im Laufe des Lebens. In einer alternden Gesellschaft wird der Anteil von Menschen mit Beeinträchtigungen daher in der Zukunft steigen.

Mit dem Nationalen Aktionsplan für eine inklusive Gesellschaft wurde 2011 eine Entwicklung angestoßen, die die Alltagskultur in Deutschland verändern will: Menschen mit und ohne Behinderungen sollen gemeinsam und in allen Lebensbereichen selbstbestimmt leben. Sei es bei der Arbeit, in der Bildung oder im sozialen Leben.

Es geht dabei um eine gute persönliche Lebensqualität und eine alltägliche Lebensführung ohne Einschränkungen. Viele öffentliche Einrichtungen, aber auch Unternehmen arbeiten deshalb an der Beseitigung von physischen Barrieren, beispielsweise in Bahnhöfen, in Geschäften etc. Barrierefreie Dienstleistungen sind ein weiteres Handlungsfeld. Damit dies gelingt, arbeiten Organisationen und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen gemeinsam mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft an der Entwicklung tragfähiger Lösungen. Wie kann der Abbau von Barrieren möglichst umfassend vorangebracht werden?

Trier

Für alle Kunden erreichbar

Brille vergessen? Bein gebrochen? Mit dem Kinderwagen unterwegs? Dann können schon ganz normale Alltagsgeschäfte zu einer Herausforderung werden. Preisschilder sind nicht lesbar, steile Stufen unüberwindbar, enge Durchgänge unpassierbar. Das darf nicht so bleiben, findet die Sparkasse Trier. Deshalb setzt das Unternehmen konsequent auf Barrierefreiheit für alle.

Miriam Ostermann kennt die barrierefreien Wege in Trier.

Der Sparkasse Trier ist es wichtig, ihren Kunden einen einfachen Zugang zu Bankdienstleistungen anzubieten.

Miriam Ostermann ist eine Frau, die gut planen kann. Als Rollstuhlfahrerin kennt sie ihre Einschränkungen. Sie weiß, dass sie manchmal etwas länger überlegen muss, wenn sie einkaufen oder ins Kino gehen will. Denn in Trier sind längst nicht alle Geschäfte und Gebäude barrierefrei. Positive Ausnahme: die Sparkasse. Bis auf wenige Einzelfälle sind die Geschäftsstellen der Sparkasse Trier stufenlos über Rampen oder mit Aufzügen erreichbar.

Das Institut engagiert sich dafür, barrierefreie Bankdienstleistungen anzubieten. Und das meinen die Trierer wörtlich. Kein Kunde soll von den Angeboten der Sparkasse ausgeschlossen werden, weil er körperliche Einschränkungen hat. Deshalb wurde die Bedienung der Geldautomaten konsequent vereinfacht. Um sehbehinderte und blinde Menschen zu unterstützen, haben die Tastaturen vergrößerte Tasten, mit denen die Funktionen besser „gefühlt“ werden können. Der große Monitor erhöht die Lesbarkeit der Bildschirminformationen enorm.

Mittlerweile wurde an jedem Geldautomatenstandort der Sparkasse Trier mindestens ein Gerät mit Sprachausgabe aufgestellt, das Kunden akustisch durch das ganze Menü führen kann. Dazu hält die Sparkasse in jeder Geschäftsstelle Kopfhörer für ihre Kunden bereit. Und selbstverständlich können blinde und sehbehinderte Kunden ihr Online-Banking barrierefrei abwickeln.

Möglich machen das speziell gestaltete Computerseiten. „Diese Investitionen nehmen wir nicht zuletzt mit Blick auf den demografischen Wandel vor, der auch vor unserer Region nicht haltmachen wird. Diesen Weg werden wir weiterhin konsequent gehen, bis wir an unserem gesteckten Ziel, barrierefreie Finanzdienstleistungen für alle, angekommen sind“, erläutert Dr. Peter Späth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier.

Ein Engagement, das Vorbildcharakter hat: Die Geschäftsstelle Trierweiler wurde durch die Handwerkskammer Trier erfolgreich zertifiziert und ausgezeichnet – als „barrierearmes, familien- und seniorenfreundliches Dienstleistungsunternehmen im Hinblick auf den demografischen Wandel“.

Die Beratung der Sparkasse Trier: Verständlich und immer auf Augenhöhe.

 P9 Angebote für benachteiligte Bevölkerungsgruppen

Die Sparkassen-Finanzgruppe bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die Menschen. Faire Partnerschaft heißt für uns auch, niemanden von modernen Finanzdienstleistungen auszuschließen. Unser Ziel ist es, unsere Produkte und Dienstleistungen für jeden Kunden gleichberechtigt zugänglich zu machen. Dazu haben wir 2013 ein Leitbild und Gesamtkonzept entwickelt, das nun in den Instituten umgesetzt wird. Schritt für Schritt bauen wir daher auch den barrierefreien Zugang zu unseren Filialen, zu den Selbstbedienungsgeräten, zu unserem Internetauftritt und zu unserem gesamten Beratungsangebot aus.

So stabilisierte sich die Anzahl der weitgehend rollstuhlgerechten Filialen* und Standorte auf aktuell 10.020 (2014: 10.064) Stück. Die Anzahl der Geldautomaten und SB-Geräte mit Sehbehindertenunterstützung – also mit Kopfhöreranschluss – konnte auf 2.341 (2014: 1.680) erneut deutlich gesteigert werden.**

Auch im Online-Bereich haben wir das Serviceangebot durch Informationsmaterialien in leichter Sprache, Videos in Gebärdensprache oder barrierefreie – d. h. vorlesbare – PDFs nun nahezu deutschlandweit bereitgestellt. Dieses barrierefreie Informationspaket ist jetzt in den Internetfilialen von mehr als 300 Sparkassen kostenlos abrufbar. Außerdem bieten ebenfalls mehr als 300 Sparkassen das neu entwickelte barrierefreie Online-Banking an, das sich durch einfache Bedienbarkeit auszeichnet und für die Nutzung mit Vorleseprogrammen („Screen Reader“) optimiert ist.**

Wir arbeiten kontinuierlich daran, dieses Angebot zu erweitern und damit die Barrierefreiheit der Sparkassen-Finanzgruppe zu erhöhen.

* Weitgehend rollstuhlgerecht bedeutet, dass der Eingang stufenlos erreichbar ist bzw. die Eingangsstufe nicht höher als 2 cm ist, alle Räumlichkeiten für Rollstuhlfahrer grundsätzlich (ohne Ausnahme) befahrbar sind und, falls Toiletten vorhanden sind, auch rollstuhlgerechte Toiletten vorhanden sind.

** Alle Zahlen beziehen sich auf den Stichtag 31.03.2016.

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