Gleichbehandlung

Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet die Teilhabe von Menschen mit Behinderung als ihr „Einbezogen sein in eine Lebenssituation“. Das heißt umfassend betrachtet, dass alle Menschen am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen können. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist die Barrierefreiheit. Sie bereitet den Weg, damit das eigene Zuhause, die Schule oder der Arbeitsplatz zugänglich sind. Dazu kommt eine große Zahl anderer Einrichtungen. Orte der Pflege, Behandlung und Betreuung gehören genauso dazu wie Museen, Theater oder Konzertsäle.

Der Begriff der Barrierefreiheit geht in diesem Zusammenhang über die Gruppe der Menschen hinaus, die eine Behinderung haben. Ältere oder Menschen mit sehr kleinen Kindern haben oft keinen leichten und gefahrlosen Weg zu Einrichtungen, die ihnen so wichtig sind wie allen anderen. Es hilft also vielen Menschen, wenn der Zugang zu wichtigen Orten des Lebens in Deutschland so einfach wie möglich ist.

  Ettal

Ein neuer Zugang zu einem alten Ort

Es ist ein Dreigespann, das die Sparkassen in Deutschland antreibt: Haltung, Produkte und Initiativen. Zur Haltung zählt auch das Ziel, allen Menschen in Deutschland den Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Ebenfalls im Interesse der Sparkassen liegt es, die eigene Region in wirtschaftlicher und kultureller Sicht zu fördern. Wie gut sich diese drei Ziele verbinden lassen, zeigt ein Besuch im Kloster Ettal, gelegen im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Benediktinerabtei, Ort für Gottesdienste, Schule, Wirtschaftsbetrieb und ein herrlicher Blickfang: das Kloster Ettal im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Nach der Landwirtschaft ist die Klosterbrauerei der älteste Betrieb im Kloster Ettal. Seit mehr als 400 Jahren wird hier Bier gebraut.

Wer zum ersten Mal vor der majestätischen Kuppel der Ettaler Basilika steht, hält inne. Es ist ein Anblick, der beeindruckt. Die Berge der Alpen als Kulisse tragen zu diesem erhabenen Bild bei. Ettal ist ein sehr lebendiges Kloster, das einer Gemeinschaft von 35 Mönchen Heimat ist. Sie leben hier nach dem Evangelium und nach den Regeln des Heiligen Benedikts zusammen. Das Kloster ist auch ein Ort für Gottesdienste, ein Kulturdenkmal und nicht zuletzt Schule und Internat. 

Und: Es ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor der Region. Zum einen ist Ettal ein eigener Wirtschaftsbetrieb, dort werden zum Beispiel Käse, Bier und Liköre produziert. Das Kloster betreibt ein eigenes Hotel und gibt rund 170 Menschen Arbeit. Auf der anderen Seite ist das Kloster ein touristischer Anziehungspunkt, den rund eine halbe Million Menschen im Jahr besuchen. Darunter sind – dem demografischen Wandel entsprechend – auch immer mehr ältere Besucher. Doch nicht nur Gäste mit Rollatoren und  Rollstühlen, sondern auch mit Kinderwagen taten sich aber bisher schwer auf den Treppen der Basilika.

Schon vor vielen Jahren wurde die Idee geboren, den Zugang barrierefrei zu gestalten. „Nach sehr langen Verhandlungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege, mit Unterstützung der Regierung von Oberbayern und der Erzdiözese München-Freising gelang es, eine Lösung zu finden“, erklärt Pater Johannes. Er hat das Bauvorhaben auf Seite des Klosters begleitet. Im Zentrum stand der barrierefreie Weg über den Kirchhof. Rampen an den Treppen, ein Fahrstuhl und behindertengerechte Sanitäranlagen wurden ebenfalls geplant. Für die lange Bauzeit von 2010 bis 2015 gab es viele Gründe. „Einer davon“, so Pater Johannes, „war auch die schwierige Finanzierung und wir sind sehr froh über die Hilfe, die uns die Sparkasse zukommen lassen hat. Dazu gehörte auch eine günstige Refinanzierung durch die KfW.“ Im Herbst 2014 konnte die Sparkasse mit Mitteln aus dem KfW-Programm „Barrierearme Stadt“ einen Teil der Investitionen durch einen Kredit von 865.000 Euro finanzieren. 

Die Sparkasse hat nicht nur mit einem Kredit geholfen, sondern auch mit einem eigens entwickelten elektronischen Opferstock. In der Bauphase konnten die Besucher des Klosters mit diesem Terminal per Karte spenden – inklusive einer Spendenquittung. „Das Terminal hat viel Aufmerksamkeit erregt und wurde auch gut angenommen“, bilanziert Pater Johannes den Einsatz. Dass sich die Investition gelohnt hat, steht für ihn schon heute fest: Die Zahl der Besucher, die nicht oder nur eingeschränkt gehen können, hat sich seiner Betrachtung nach sichtbar erhöht.

Gemeinsames Engagement gegen Barrieren: Pater Johannes und Bereichsleiter Martin Maurer.

 P6 Kredite für soziale Zwecke

Der demografische Wandel macht große Anstrengungen im Wohnungsbau, aber auch bei der Investition in öffentliche Gebäude notwendig. Ziel ist es, die Barrierefreiheit in Gebäuden zu verbessern und generationengerechtes Wohnen zu erleichtern.

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist ein verlässlicher Partner für private Kunden, die ihr Haus oder ihre Wohnung altersgerecht umbauen möchten. Auch der Bau von Kindertagesstätten, Pflege- und Altenheimen wie auch die Errichtung von Krankenhäusern stellt die Kommunen vor große Aufgaben. Die Sparkassen-Finanzgruppe finanziert solche Vorhaben mit Krediten, deren Refinanzierung über Förderbanken oder über Eigenmittel erfolgt.

Für den barrierefreien Umbau von Wohnraum und öffentlichen Einrichtungen sowie für Investitionen kommunaler und sozialer Unternehmen stellte die Sparkassen-Finanzgruppe 2015 allein mit Geldmitteln aus KfW-Förderprogrammen Kredite mit einem Volumen in Höhe von 697,3 Mio. Euro bereit. 3.297 Vorhaben konnten damit finanziert werden.

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Die Basilika bildet als Kirche des Klosters den Mittelpunkt  der Anlage. Sie ist der Ort, an dem Klostergemeinschaft, Pfarrgemeinde,  Einheimische, Fremde und Wallfahrer zusammen kommen.

Für die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen war die Finanzierung aus mehreren Gründen ein sinnvolles Projekt, wie der Bereichsleiter Martin Maurer erklärt: „Das Kloster Ettal ist eine Körperschaft mit sehr guter Bonität und ein wichtiger Teil unserer touristisch geprägten Region. Das gilt sowohl für das Kloster als Kulturdenkmal und Anziehungspunkt, als auch zum Beispiel für die von ihm mitbetriebene Schaukäserei. Sie nimmt den Betrieben der Landwirtschaft die Milch zu guten Preisen ab. Damit sorgt das Kloster für den wirtschaftlich erfolgreichen Vertrieb des Käses.“ Durch die barrierefreie Basilika kommen mehr Besucher, und mehr Besucher bedeuten mehr Arbeitsplätze, ergänzt er. Das stärke die Region und liege ganz im Interesse der Sparkasse.